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Navigating Life Paartherapie Sabine Jontofsohn

Schafe kommunizieren

Kommunikation ist lernbar

Kommunikation bestimmt unsere Beziehungen. Ohne Kommunikation keine Beziehung. Die menschliche Kommunikation wird zu einem Großteil über Worte bestimmt. Das Entscheidende: Sie drücken Gefühle nicht nur aus, sie erzeugen sie auch. Wie wir miteinander sprechen, bewirkt, wie wir uns fühlen. Wie wir fühlen, bewirkt wiederrum, wie wir sprechen...

Worte haben einen erheblichen Anteil daran, wie ein Gespräch verläuft, ob wir uns in Feindseligkeiten verstricken oder freundlich abstimmen können. Ob wir einander mit Wärme und Interesse begegnen, eine Atmosphäre von Offenheit und Vertrauen schaffen und uns tief verbunden fühlen oder an der Oberfläche bleiben und nebeneinander her leben.

Wir denken, miteinander reden ist doch leicht, das machen wir jeden Tag, einfach sagen, was mir in den Sinn kommt  ... aber so einfach ist es nicht! 

Wir sagen viele Dinge, die wir besser nicht sagen sollten. Wir sagen viele Dinge nicht, die wir besser sagen sollten.

Aus dem einen ungünstigen Satz folgt ein anderer, eine Diskussion, eine Kaskade von Sätzen, und diese bestimmen die Atmosphäre der Beziehung.

Einige denken, bei Kommunikation ginge es hauptsächlich darum, Dinge die man weiß, "an den Mann zu bringen", und im Gegenzug sagt der andere Dinge, die er/sie weiß. Das mag in manchem Kontext sinnvoll sein, jedoch um lebendige freundschaftliche Beziehungspflege zu betreiben, ist das ein großer Fehler, denn hier bewegt man sich nur in dem Bereich Informationsübermittlung, und lässt die Beziehungsaspekte außer acht. Man läuft Gefahr, den anderen zu langweilen, das Gespräch hat einen mechanischen, transaktionellen Charakter.

Ein ganzer Wissenschaftszweig beschäftigt sich mit der Kommunikation. Wurden früher die Gespräche noch mühsam von Hand transkribiert, so eröffneten sich durch die neueren technischen Entwicklungen ungeahnte Möglichkeiten, Sprachverhalten aufzuzeichnen und zu analysieren. Sprachverhalten ist messbar geworden. man kann beobachten, welche langfristigen Auswirkungend die zahlreichen Mikro-Entscheidungen, die wir in Gesprächen treffen, auf unsere Beziehungen haben. Unser Sprechen ist komplex, chaotisch, unvorhersehbar, und dennoch gibt es klare Strategien, die leicht erlernbar sind und maximalen Einfluss auf unsere Beziehungen haben. 

 

Unsere Worte bewusster kuratieren

Wir wollen geliebt werden, geachtet, wir wollen verstanden werden, wir wollen in unserer Kompetenz anerkannt werden, und wir wollen uns ausdrücken, - jedoch können wir im Gespräch nie die Gesamtheit unserer Persönlichkeit mitteilen. Wir müssen beim Sprechen ohnehin Entscheidungen treffen, kuratieren, was wir sagen. Warum wir dies sagen und jenes nicht. Und genau hier lohnt es sich, ein wenig genauer hinzuschauen - was dient wirklich meinem Ziel? Wie kann ich freundlicher, klarer, zugewandter mit anderen sprechen? Dies betrifft alle Gespräche, nicht nur die schwierigen.

 

Der Ziele Kompass

Deshalb sollten wir uns zunächst über unsere Ziele und die Ziele des Gegenübers klarwerden. Worte dienen nicht allein der Beschreibung der Umwelt, durch Worte handeln wir. Wir verfolgen ein oder mehrere Ziele, die sich außerdem im Lauf der Konversation blitzschnell verändern können. Dazu hat die Harvard Professorin Alison Wood Brooks eine Art Kompass erstellt. Es gibt zwei Hauptachsen, auf denen wir die Ziele einordnen können: Möchte ich Information vermitteln? Das ist die Achse "High Informational" vs. "Low Informational".  Oder möchte ich die Beziehung stärken? Das ist die Achse "High Relational" (prosozial) vs. "Low Relational" (eigene Bedürfnisse). Um diese Achsen gruppieren sich vier Quadranten von links oben nach rechts: Fortschritt: Lernen, Überzeugen, Entscheiden (high informational/low relational), Bindung: Rat suchen, Entschuldigen (high informational/high relational), Genießen: Komplimente, Erinnern, Spaß haben (low informational/high relational), Schützen: die eigene Zeit schützen, Information schützen /Diskretion, Ruf/Status schützen (low informational/low relational).

Alle Quadranten sind wichtig, die beiden rechten prosozialen Quadranten ebenso wie die beiden linken, in die z.B. Ziele fallen wie Diskretion, Ressourcen schützen, Zeit takten oder Planen.

 

Das Gespräch in einer guten emotionalen Temperatur halten

Wenn meine Absicht nun ist, mit meiner/m PartnerIn möglichst gut klarzukommen, gilt es, eine gute Atmosphäre herzustellen, die Interaktion sollte sich in einer emotional guten Temperatur bewegen. Sobald  differierende Ansichten zutage treten und sich daraus ein "Rechthabenwollen" entwickelt, droht die Stimmung zu kippen. Was tun?

Die wissenschaftliche Datenlage sagt, am besten erstmal mit "Aufgeschlossenheit" (receptiveness) gegenüber den Ideen der anderen reagieren.

Der erste Impuls, "die Sachlage klarzustellen", dem anderen beizubringen, dass er/sie Unrecht hat und ich recht habe, führt dazu, dass sich die Gesprächspartner versteifen, zu Gegnern werden und sich verbarrikadieren in Verteidigung und Anklage. Im schlimmsten Fall lege ich dem anderen Daumenschrauben an, nutze die mir zur Verfügung stehenden Druckmittel, um mich durchzusetzen. Das freundliche konstruktive Gespräch ist ruiniert. Die Beziehung auf Dauer auch, beide sind unglücklich. Das Ziel war eigentlich, den anderen von der eigenen Sichtweise zu überzeugen. Doch so funktioniert Überzeugen nicht. Hier passiert das Gegenteil.

Deshalb ist es sinnvoll, bei einer aufkommenden Differenz nicht diesem Instinkt zu folgen: Sage nicht als ersten Satz "ich bin anderer Meinung" oder noch schlimmer  etwas wie "das ist schlichtweg falsch." Halte stattdessen kurz inne, validiere den anderen zunächst in seiner Sicht. Alison Wood Brooks schlägt dafür einen magischen Satz vor: Ah, das macht Sinn, dass du fühlst, dass ... Als nächstes stellel vertiefende Fragen und finde heraus, wie er oder sie zu dieser Sicht kommt und was er/sie genau meint. Beachte gegebenenfalls auch die derzeitige Verfassung des Gegenübers (Müde, krank, gestresst, überfordert?).

Eine weitere Strategie ist, die eigene Sichtweise in verschiedene Perspektiven aufzuteilen, zbsp. als deine Vertraute verstehe ich deine Idee, aber als deine Frau fühle ich, dass ...

Wichtig zu wissen: Wenn ich jemand überzeugen möchte, geht dies nur über die Zeit durch mehrere freundliche Gespräche, in denen sich beide wohlfühlen, nicht durch Kampf. 

 

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