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Die Beziehung auf dem Altar

In frühen religiösen Ritualen galt das Opfern als eine Form, mit der man seine Verehrung ausdrückte, oft im Rahmen eines festlichen Aktes. Im heutigen Taiwan, wo ich in meiner Studienzeit zwei Jahre verbrachte, wird noch immer geopfert, jeder Haushalt, der etwas auf sich hielt, hatte einen kleinen Altar für den Küchengott, dem an Neujahr Geistergeld, kleine Pferdchen und Süßes geopfert wurde. In der Paarbeziehung wird mit dem Begriff 'Opfer erbringen' eher schmerzliche Entbehrung verbunden, als Paarberaterin möchte ich den Blick auf diese andere Bedeutung richten, 'opfern' als ein Geschenk für die Götter, das man in einem heiligen Akt festlich zelebriert.

Nicht nur im Englischen gibt es eine ethymologische Verwandschaft der Wörter heilig (sacred) und opfern (sacrifice). Indem Sie die Beziehung als etwas "Heiliges" betrachten, betonen Sie damit den besonderen Stellenwert der Beziehung. Eine solche Haltung wirkt wie eine Einladung an Sie und Ihre PartnerIn, umsichtig mit der Beziehung umzugehen, sich bewusst wertschätzend zu verhalten. 

Commitment

Damit komme ich zu einem weiteren wichtigen Faktor, der zu den Grundlagen einer Beziehung gehört: Commitment, eine Mischung aus Verbindlichkeit und Engagement. Auch wenn ich Gefahr laufe, Ihnen Binsenweisheiten zu erzählen, ist es gut, sich hin und wieder darauf zu besinnen. Indem ich mich für die Beziehung entscheide, setze ich Prioritäten. Muss möglicherweise Dinge aufgeben. Mich einlassen. Mitmachen. Wenn ich das Opfer im Licht der Wertschätzung sehe, dann tue ich es freiwillig und gerne. Für den anderen. Damit erhöhe ich außerdem meine Vertrauenswürdigkeit als Partner und das Vertrauensniveau in der Beziehung insgesamt, die allerwichtigste Grundlage überhaupt, um eine stabile und lebendige Beziehung zu führen.

Die Liebessprachen

Ein bekannter amerikanischer Ehetherapeut (und Pastor), Gary Chapman, hat als Dreh- und Angelpunkt seiner Theorie für eine funktionierende Ehe das Konzept der fünf Sprachen derLiebe entwickelt. Jeder Mensch verfüge über eine Liebessprache, einen bestimmten Kanal, auf dem er besonders empfänglich sei für die Liebesbezeugungen eines anderen. Lernt der Partner, die passende Liebessprache zu sprechen, wird das emotionale Konto, der "Liebestank" des anderen, gefüllt. Die Zuversicht in die Beziehung steigt, das Vertrauen wächst, gleichzeitig steigt auch die Bereitschaft des Empfängers, sich für den anderen zu engagieren.

Bedient man nun den falschen Kanal, kann es sein, dass die Bemühungen ins Leere laufen, sozusagen verlorene Liebesmüh'. Manchmal entspricht die Liebessprache des einen nicht der des anderen, was dann? Das macht nichts, sagt Dr. Chapman. Wenn beide die gleiche Liebessprache sprechen, dann ist das "nice to have", das macht es unter Umständen etwas leichter nachvollziehbar, was dem anderen guttut. Paare, die die gleiche Liebessprache sprechen sind jedoch in der Minderheit. Für den Rest gilt es, die Liebessprache des anderen herauszufinden und sich dieser großzügig zu bedienen. Hier kommt unter Umständen das "Opfer" ins Spiel. Besonders wenn die Beziehung in eine Schieflage geraten ist, zum Beispiel durch äußere Stressoren, wie einem neuen Kind in der Familie oder beruflichen Herausforderungen, und kräftig vom emotionalen Konto abgehoben wurde: Jetzt fällt es besonder schwer, dem anderen Gutes zu tun. Mein Tipp: Tun Sie es trotzdem.

Sophies Liebessprache ist Zweisamkeit, sie mag zum Beispiel gemeinsame ausgedehnte Spaziergänge im Wald. Sie genießt das Rascheln der Bäume, das meditative Schlendern auch abseits der Wege, wo man je nach Jahreszeit ein paar Pilze oder Wildkräuter finden kann. Martin ist nicht so ein großer Waldfan, mit Fauna und Flora kennt er sich nicht so aus und er würde auch lieber in einem sportlicheren Tempo dem Weg folgen. Er weiß jedoch um die Vorliebe von Sophie und wieviel ihr die gemeinsame Zeit in der Natur bedeutet und wie wohltuend sich dies auf ihre Seele auswirkt. Martin kennt sich mittlerweile recht gut in der Umgebung aus und er weiß, was Sophie gefallen könnte. Manchmal muss er sich noch ein bisschen überwinden, aber es macht ihm Spaß, Sophie zu überraschen mit kleinen Wochenendausflügen zu interessanten Orten in die Natur.

 

 

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